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Ich heiße Ken Pacheco, bin 38 Jahre alt und komme aus London. Derzeit arbeite ich in Deutschland.
Hintergrund :
Ich habe einen recht vielschichtigen Hintergrund in der IT. Ich bin seit 15 Jahren in der IT-Arena und bin mit einer ganzen Reihe von Technologien in Berührung gekommen, von Mid-Range-Servern bis hin zu Netzwerken und Kommunikationsschnittstellen für diverse Vorzeigeunternehmen der Finanz- und Raumfahrtbranche
Ich habe jetzt seit einiger Zeit mit Netzwerken und Kommunikation zu tun; blöd wie ich bin, habe ich meine CCNA-Qualifikation vor einigen Jahren verfallen lassen (wenn man in einem Großunternehmen arbeitet, findet man einfach keine Zeit zum Lernen). Aber um Karrierechancen nutzen zu können, muss man seine Kenntnisse auf dem aktuellen Stand halten, wann immer sich die Möglichkeit dazu bietet. Und man muss ein Stück Papier vorweisen können, auf dem steht, in welcher Liga man in dieser großen weiten Welt spielt.
Anmeldung :
Ich wollte mein CCNA-Zertifikat erneuern, um weiterzukommen. Ich war mir nicht sicher, inwieweit sich die Inhalte inzwischen verändert haben, also entschied ich mich für ein Boot-Camp. Aber wo? London lag nahe, aber der Budgetabteilung waren die Kosten zu hoch. Ein Kollege gab mir den Tipp, doch mal einen Blick auf die Website von Koenig zu werfen.
Der erste Eindruck war gut. Es gab umfassende Informationen zu den angebotenen Kursen, aber auch praktische Hinweise zur Anmeldung und zu dem, was einen in den Kursen und auf der Reise nach Indien erwartet. Die Kosten waren gegenüber vergleichbaren Lernangeboten in London bzw. Europa extrem günstig. Ich musste mich erst durch mehrere Nachfragen per Mail vergewissern, dass es sich hier nicht um Zahlendreher handelte.
Die Antworten auf meine Mails kamen (aufgrund der Zeitverschiebung) spätestens am darauf folgenden Tag und waren stets sehr informativ und hilfreich.
Nachdem verschiedene Details geklärt waren und ich das OK meiner Personalabteilung hatte, waren alle weiteren Formalitäten nur noch ein Spaziergang.
Küche und Kultur in Delhi :
Nach der Ankunft in Indien landete ich nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle in einer riesigen Menschenmenge; viele blieben stehen und drehten sich nach mir um, als ich vorbei ging. Ich entdeckte ohne Probleme den Mitarbeiter von Koenig, der mich abholte. Die Fahrt zum Hotel war äußerst spannend; wenn Sie sich schon mal durch das Verkehrsgewühl indischer Metropolen bewegt haben, wissen Sie, wovon ich spreche. Aber ich kam wohlbehalten an.
Ich stieg im Rangoli Park ab, das recht günstig war. Ich würde nicht sagen, dass es sich in einem besonders aufregenden Teil von Delhi befindet oder dass es überhaupt ein Touristenmagnet ist, aber es war sauber, und das Personal war hilfsbereit und freundlich. Die Räume sind klimatisiert, haben Kabelfernsehen und einen Internet-Anschluss, und nach dem langen Flug wusste ich den 24-Stunden-Room-Service sehr zu schätzen. Für diejenigen, die noch nie in Indien waren oder Camping bevorzugen, mag das dekadent klingen, aber ich will es genau so und nicht anders. Obwohl hier gerade Winter war, betrug die Temperatur 28 °C. Tagsüber lag Delhi in einem konstanten Dunst, und die Luft hatte ständig diesen leichten Geruch von Motoröl. Die Menschen leben auf den Straßen, Kühe regeln den Verkehr, keiner beachtet irgendwelche Verkehrsschilder. Das Essen ist schmackhaft. Sie dürfen allerdings keine europäischen Küchenstandards erwarten; wundern Sie sich bitte nicht über den einen oder anderen Knochen in Ihrem Huhn oder Ihrem Hammel- oder Lammcurry. Auf Wunsch wird aber in der Regel für Ausländer das Essen ohne Knochen zubereitet. Ich fand es hervorragend.
Ich kam einige Tage vor Beginn des Kurses an, um mich zu akklimatisieren. Nicht dass ich das unbedingt brauchte: Meine Familie stammt aus Goa, also gab es für mich keinen Kulturschock in Indien. Ich hätte auch einen Kurs in Goa belegen können, aber eine zu große Nähe zur Familie hindert einen wohl eher am Lernen. Außerdem war ich noch nie in Delhi gewesen, und die Gelegenheit, endlich einmal Agra (Taj Mahal) zu besuchen, war mir sehr willkommen.
Sightseeing
Zwar unternahm ich meine Ausflüge meist spontan, nahm aber gerne die Unterstützung der Mitarbeiter von Koenig an, die für mich mehrere geführte Touren nach Agra heraussuchten. Ich hätte die anstrengendere Variante wählen und mich am Bahnhof von Delhi um fünf Uhr früh in die Warteschlange einreihen können, um eine Fahrkarte zu kaufen, aber ich bevorzugte eine Bustour, die die Festung Agra, Shoppen, Taj Mahal und den Geburtsort von Hare Krishna (an dem heute ein Tempel steht) einschloss. Koenig organisierte für mich ein Taxi, das mich zum Bus brachte und mich später wieder abholte. Da ich sehr knapp dran war und meinen Ausflug nicht bestätigt hatte, war ich etwas unruhig, ob alles wie gewünscht klappen würde. Meine Sorgen verflogen aber, als ein Kleinwagen kam, dessen Fahrer mich anlächelte: „Hallo, ich bin Mitarbeiter von Koenig.“ Es war ein langer Tag, aber jede Minute wert. Als ich später meine Rechnung bezahlte, entdeckte ich, dass der Ausflug gar nicht aufgeführt war. Ich hatte aufgrund meines kurzfristigen Entschlusses gar nicht mehr meine Ausflugspläne bestätigt. Der Mann, der mich zu der Sightseeing-Tour abgeholt hatte, hatte das einfach so außerplanmäßig gemacht und sogar mein Busticket aus eigener Tasche bezahlt, damit noch alles reibungslos klappt. Wow, das nenne ich exzellenten Service!
Ich nahm mir auch Zeit, Delhi per Fahrrad- oder Motor-Rikscha oder mithilfe des neuen Metrosystems zu erkunden, und sah einige der Baudenkmäler der Stadt – das Rote Fort, das India Gate, den Counaught Square. Ich warf auch gelegentlich einen Blick auf die Stände, an denen alles Mögliche billig angeboten wird. Man muss dazu wissen, dass es hier meist zwei Preise gibt: einen für Einheimische und einen für Touristen. Aber selbst zu Touristenpreisen ist alles immer noch wesentlich günstiger als in Europa oder in den USA. Und wenn Sie mal richtig was erleben wollen, dann versuchen Sie, eine Straße zu überqueren. Aber Vorsicht – das ist nichts für schwache Nerven!
Das Training bei Koenig :
Die Unterrichtstage begannen um sieben Uhr mit dem Frühstück, danach ging es mit dem ersten Taxi um viertel nach acht in das Trainingszentrum. Diese Fahrten sind für Teilnehmer kostenlos. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Koenig sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die Registrierung dauerte etwas länger als erwartet, denn in dieser Woche starteten einige sehr stark frequentierte Kurse. Mein Trainer wurde mir vorgestellt, und mir war schnell klar, dass der Kurs nur aus ihm und mir bestand. Er sprach perfektes Englisch. Die für Inder typische Betonung mag dem Einen oder Anderen zunächst ungewohnt vorkommen, aber ich bin ja kein Fremder hier, und daher ist sie mir vertraut. Der Trainer ermittelte recht schnell meinen vorhandenen Kenntnisstand. Der Kurs war hervorragend. Die bereitgestellten Kursunterlagen brauchte ich gar nicht (wenn Sie allerdings noch keine Erfahrung mit Netzwerken haben, sollten Sie diese Unterlagen auf jeden Fall benutzen.)
Wir arbeiteten uns zügig durch den Lernstoff, ohne an den Unterlagen zu kleben. Er kannte sein Metier. Ich stellte erleichtert fest, dass ich noch gar nicht so viel vergessen hatte. Der Trainer merkte sogar an, dass der Super Fast Track für mich passender gewesen wäre. Indes fand ich das Tempo angenehm und lernte faszinierende Dinge von meinem Trainer. Er entwirrte bei mir auch ein paar Knoten im Gehirn in Bezug auf Subnetting, das mir bis dahin ein Graus gewesen war. Aber inzwischen sehe ich Licht!
Die Kursräume waren durchweg klimatisiert und hervorragend ausgestattet, so dass wir jedes Szenario durchspielen konnten. Ein defekter Router wurde umgehend ausgetauscht, und als eine der Übungen aufgrund eines falschen IOS nicht auf Anhieb durchgeführt werden konnte, war ich heilfroh, dass kurz danach eine Übung drankam, bei der es um das Neuaufspielen eines Cisco-IOS ging! Dieser Praxisaspekt war unbezahlbar.
Bei all den Fakten, Zahlen und intellektuellen Klimmzügen ist es gut, das Tempo selbst bestimmen zu können und bei Bedarf Pausen einzulegen. Einen Vormittag waren wir beide so ausgelaugt, dass wir erstmal eine Weile über die indische und die westliche Kultur und über Privates geplaudert haben, bevor wir wieder mit dem Lernstoff weitermachen konnten. Aber diese Ebene gehört für mich einfach dazu.
Als die Prüfung näher rückte, war ich natürlich nervös, aber mein Trainer sagte, ich solle mir keine Sorgen machen. Er behielt recht – ich bestand mit Bravour!
Die Abende
Die meisten Abende verbrachten wir mit Lernen (zumal es der blanke Hohn wäre, den ganzen langen Weg nach Indien auf sich zu nehmen, um dann bei der Prüfung durchzufallen). Aber an einigen Abenden hatten die anderen Kursteilnehmer irgendwas organisiert – jemand hatte Geburtstag, oder es war eine bestandene Prüfung zu begießen –, und dann ging ich hin. Die anderen waren für einen längeren Zeitraum hier – ein bis zwei Monate schienen die Norm zu sein – und kamen aus allen Ecken der Welt. Aber irgendwie saßen wir alle in demselben Boot. Ich habe viel über Delhi und seine Kultur erfahren. Für manche war es der erste Aufenthalt in Indien, für manche der erste Auslandsaufenthalt überhaupt. Koenig stellte hilfreiche Unterlagen bereit, in denen stand, was man nach dem Buchen des Kurses tun bzw. nicht tun sollte; viele waren vielleicht nicht dazu gekommen, das zu lesen, oder hatten es wieder vergessen. An denjenigen mit sensiblen Mägen verdienten sich MacDonald’s, Subways und Domino’s Pizza eine goldene Nase! Ich selber hatte nie Probleme mit dem Essen hier. Manche waren mit ihrem Zimmer unzufrieden gewesen, betonten aber, dass ihr Wunsch nach einem anderen Zimmer vom Personal völlig problemlos und unbürokratisch geregelt wurde. Noch ein Hinweis für lärmempfindliche Naturen: Delhi ist eine Stadt, die praktisch rund um die Uhr in Bewegung ist. Ganz still ist es hier nie. Ich selber hatte damit keine Probleme, da ich das von London her kenne.
Ich bedauere es wirklich, dass ich nach dem Ende des Kurses nicht noch ein paar Tage hier verbracht habe, um mich von den anderen Kursteilnehmern zu verabschieden. Es war Wochenende, und man wollte abends noch zünftig um die Häuser ziehen. In der kurzen Zeit, die wir hier gemeinsam verbracht haben, haben wir uns gut verstanden und auch Kontaktdaten ausgetauscht. Außerdem hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, um Sachen einzukaufen. Hier ist alles unglaublich günstig.
Bei meiner Abreise aus Indien hatte ich noch einige Rupien in meiner Tasche. Das zeigt, wie viel man hier für sein Geld bekommt. Ich hoffe, dass ich zu einem weiteren Kurs bei Koenig hierher komme. Dann werde ich hier die restlichen Rupien ausgeben und weitere Qualifikationen erlangen.
Vielen Dank an das Team von Koenig für die Hilfe und für die hervorragende Arbeit! |
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